Analytische Überlegungen und Gedanken zur Bewältigung der Wohnungsnot in Frankfurt. – (Teil2)


Zu aller erst sollte aber mal übersichtshalber die Anzahl der Wohnungen, die auf diesem Wege erstellt werden können, heraus gefunden werden.

c.) Wie oben erwähnt, sollte im Sinne all dieser Aktivitäten die Stadt Frankfurt auch Hausbesitzer ansprechen, deren Immobilie a priori nicht aufgestockt werden können, aber deren Dachböden zu Studentenbuden ausbaubar sind. Auch sollte es zur absoluten Pflicht bei all den Baumaßnahmen gehören die Stromgewinnung mittels Photovoltaik zu integrieren. Die Hausbesitzer sind beim Ausbau finanziell und unbürokratisch zu unterstützen .

d.) Viele der noch leerstehenden Bürotürme sind weiterhin für den Wohnungsbau, wenn technisch möglich, umzuwidmen. Ein Bundesgesetz -­‐ derart formuliert -­‐, dass die Besitzer von den fiktiven Mieteinnahmen Gewerbesteuer bezahlen, würde die Bereitschaft zur Umwidmung der Büroräume sicherlich fördern. Die immer wieder von den Bürgern aufgezeigten nichtbewohnten Wohnungen und leerstehende Häuser, oft leerstehend aus Spekulationsgründen, müssen steuerlich genauso berücksichtigt werden, also für die fiktiven Mieteinnahmen Gewerbesteuer bezahlen.
Aus Sicht des Gemeinwohls ein unerträglicher Zustand

Hier gilt es den gesetzlichen Rahmen zu schaffen derart, dass diese Freiflächen gemeldet werden müssen, und die Besitzer aufgefordert werden sollten, diese zu vermieten. Wollen die Besitzer nicht vermieten, sind die möglichen aber nicht erfolgten Mieteinnahmen mit dem ortsüblichen Gewerbesteuersatz gemessen an der möglichen Durchschnittsmiete zu belangen. Ein notwendiges Bundesgesetz steht hier an. Die derzeitige Mietpreisbremse beweist nur ihre Effizienz, wenn der Vermieter die zu vorige Miete bei der Anmeldung dem Neumieter und dem Bürgeramt mitteilen muss. Bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorschriften ist die Staatsanwaltschaft zu benachrichtigen. Eine Bundesgesetzgebung sollte dies einvernehmlich regeln.

Mein schon öfter vorgebrachter Antrag, an versiegelten mehrgleisigen Straßen innerhalb des Stadtgebietes durch Überbauung auf einer durch Säulen erstellten Sockelfläche, Wohnungen zu schaffen, wurde leider stets – aus meiner Sicht aus Uneinsichtigkeit oder auch Dummheit – vom Stadtparlament abgelehnt. Stellen Sie sich vor, die A661, die A66, im Kleinen die Schwanheimer Uferstraße würden insgesamt auf ca. 20 km in vierstöckiger Leichtbauweise überbaut werden. Grobrechnerisch könnten so ca. 18.000 – 25.000 Wohnungen sehr preiswert entstehen.

Eine Erstellung dieser Art Bebauung ist in kurzer Zeit möglich. Sind denn alle Schaltungen innerhalb der Synapsen der Gehirne der Verantwortlichen in der Stadtregierung derart abgenutzt, dass sie neu verknüpft werden müssen. Selbst Architekten, die mit diesem Gedanken der Überbauung der schon versiegelten vierspurigen Land-­‐ bzw. Bundesstraßen konfrontiert wurden, bissen nicht an. Wahrscheinlich ist das Konstruieren von Wohnungen in Hasenbaukästen in deren Köpfen so stark eingraviert -­‐ siehe Europaviertel –siehe Riedberg -­‐ , dass sie zu kreativem Gestalten nicht mehr in der Lage sind.

Die zunehmenden Hitzewellen verlangen heute eine neue – jedoch jahrtausendalte Bauweise, bei der der Kühleffekt von Feuchtigkeit mittels Begrünung und Rieselanlagen zur Wirkung kommen kann. Dies wurde schon 600 vor Christus als 7. Weltwunder der Antike in den hängenden Gärten von Babylon gekonnt dargestellt. Die Überbauung der oben erwähnten innerstädtischen viergleisigen Straßen sollten insbesondere im Hinblick auf ihre Gestaltung – Wohnkomplexe mit sozialem Innenleben heutiger Erfordernissen, -­‐ Fassadengestaltung mit Klimaeffekten und – Kultur wie Sporteinrichtungen -­‐ eine kreative Herausforderung für Architekten und Stadtplaner im universitären Bereich sein. Einige Studenten würden in Form von Diplomarbeiten ihre kreative Freude finden! In Anbetracht des schnelleren Klimawandels ist das bestehende Schablonendenken abzulegen. Zur Info: Ein Beispiel einer Doppelnutzung der versiegelten Stadtstraßen mit Wohnungen gibt es schon seit 1980 in der Schlangenbader Straße in Berlin. Hier fährt eine Autobahn im 2. Stock durch den Wohnkomplex ohne, dass die Bewohner den Autolärm wahrnehmen., Das Wohl in den Köpfen kursierende Lärmproblem bei einer solchen Überbauung von Straßen besteht also in der Berliner Schlangenbader Straße nicht. Zusätzlich zu bedenken ist auch, dass Lärm und Feinstaub durch die zunehmende Elektromobilität nicht mehr die jetzige Bedeutung haben wird. Zu finden sind meine Anträge dazu im Parlis = Parlamentsinformationssystem . Sie wurden wie schon erwähnt mehrheitlich vom Stadtparlament abgelehnt. Nicht einmal zu einer Machbarkeitsstudie konnte sich die Parlamentsmehrheit durchringen.

Vorstellen kann ich mir aber auch, dass chinesische Investoren, welche ja bekanntlich offener in ihrer Auffassung sind, gerne ihr Kapital in solche zukunftsträchtige Objekte stecken. Aus allen diesen aufgeführten Perspektiven zur Erstellung von Wohnraum, ist es unnötig und in Bezug auf das Klima , wertvolle Grünflächen, wie zum Beispiel die Bebauung nördlich und südlich der A5 und vor allem die sogenannte grüne Lunge, zu versiegeln. Eine mitten in der Stadt gelegene Grünfläche mit seinem Biotop, seiner Biodiversität, seiner Kaltschneisenfunktion zu zubetonieren, ist ein Kapitalverbrechen. Die Folgen werden vor allem unsere Kinder und Enkelkinder ertragen müssen. Wer heute noch Grünflächen zu betoniert, alte Bäume abhacken lässt, vergreift sich an unserer Gesundheit und begeht vorsätzlichen Mord an unseren Nachkommen.

Nochmals: um der Wohnungsnot effektiv zu begegnen, hat die Stadtregierung das Heft energisch in der Hand zu behalten und alle Möglichkeiten der Wohnungsbildung zu finden, auf zu greifen und zu verwirklichen. Die Wohnungsnot gehört wie oben aufgezeigt in seinen vielen Perspektiven energisch und zielgerecht angepackt und lässt diese dann auch abschwellen. Vor allem ist dabei die Erstellung der vielen notwendigen Sozialwohnungen leichter möglich.

Um dieser Problematik auch auf lange Sicht begegnen zu können, muss die Stadt allerdings von ihrem Vorkaufsrecht, so oft dies sinnvoll ist, Gebrauch machen. Hamburg ist hier ein Vorbild.

Damit kann sie über das Erbbaurecht an kleinen Genossenschaften, mehrheitlich von vielen Einzelbesitzern gehalten, indirekt den Baupreis auf niedrigem Niveau halten.

Das bisher Geschehene in Bezug auf Schaffung bezahlbaren Wohnraumes für den Normalverdiener ist aus meiner Sicht ein Konglomerat aus Halbheiten, die Unterschätzung an Möglichkeiten lässt eine kraftvolle Politik nicht zu. Wo ein Wille ist, gibt es bekanntermaßen einen Weg. Das Heft des Geschehens darf sich die Stadt nicht aus der Hand nehmen lassen. Den Heuschrecken sind die Beine zu kürzen. Dem vagabundierenden Kriminalkapital sind die Möglichkeiten Macht über die Wohnungsentwicklung in der Stadt zu nehmen.

Auch hat Frankfurt sich selbstkritisch die Frage zu stellen, ob der kostbare potientielle Grund und Boden innerhalb der Stadtgrenzen unter der Erdoberfläche besser für Rechenzentren und Fahrzeugstellplätze genutzt werden sollte, um damit oberhalb der Erde dem bezahlbaren Wohnraum den Vorrang zu geben. Beide der genannten Nutzungsarten fühlen sich auch unter der Erde sehr wohl.

Weiterhin muss in Anbetracht der erwarteten Stadtvergrößerung hinterfragt werden , ob die vorhandene Infrastruktur noch mithalten kann. Wichtig ist die zukünftige Trinkwasserversorgung und gleichzeitig damit verquickt die Abwasserentsorgung. Die Verkehrswege mit ihren jeweiligen Netzen und deren Infrastrukturen sind stärker in die Überlegungen der Stadtbebauung einzubeziehen. Eine Matrix muss unbedingt erstellt werden, wie groß Frankfurt noch werden soll, besser noch werden kann.

In diese Betrachtungsweise des Gesamtkomplexes gehören automatisch das unmittelbare Umland und gleichwertig die Regionen in Hessen mit einbezogen. Frankfurt ist ohne Umland genauso ein Krüppel wie das Umland ohne Frankfurt. Beide haben sich schnellsten weiter sinnvoll zu adaptieren, damit viele Reibungsverluste in dem Zusammenwachsen erst gar nicht entstehen. Die Kirchtums-­‐ politik der Glöckner hat bei der Realität der rasanten Entwicklungen keine Berechtigung und Chancen mehr. Damit sind die Politiker Frankfurts – teilweise begründet aus der Arroganz früherer Jahre-­‐ genauso mit einbezogen, wie die Kommunalpolitiker, die um ihre Privilegien bangen.
Ein sinnvoll zusammengefügter Großraum Frankfurt wird kommen. Die Vorwehen sind schon zu spüren und zwar in der Wohnraumfrage unmittelbar verknüpft mit der Verkehrsstruktur. Der verkrampfte Gebärmutterhals wird sich langsam öffnen, um die Region um Frankfurt ähnlich wie Berlin entstehen lassen zu können. Im Moment braucht die Frage in Kürze die Antworten: 1. kann ein in Frankfurt tätiger Arbeitnehmer mit der Bahn aus dem Umfeld Frankfurts schnellstens -­‐ ohne – Verspätung und preisgünstig am Arbeitsplatz sein. Ein einheitlicher niedriger Fahrpreis, a la long kostenfreie Verkehrsbenutzung sind an zustreben.
2. Findet er im Frankfurter Umfeld eine für ihn bezahlbare Wohnung mit Bahnanbindung.

Bei Schaffen dieser Voraussetzung wird es in Frankfurt weniger Wohnungssuchende geben, der Druck nach Wohnungen wird sich mindern und in Frankfurt wird die Feinstaub-­‐ , sowie CO2-­‐belastung sinken. Die verlauste Landespolitik der letzten Jahrzehnte in Bezug auf den Erhalt der ländlichen und funktionierenden Eigenstrukturen hat die Voraussetzung der Landflucht geschaffen. Den aus den ländlichen Gebieten in die Städte ziehenden Arbeitnehmern ist ihre Heimat wieder so zu gestalten, und zu beleben dass sie lieber in ihrer ländlichen Heimat bleiben und dort ihrem Broterwerb nachgehen können. Könnten nicht Behörden aus den Großstädten, die keinen Publikumsverkehr haben, in die ländlichen Gebiete verlagern werden? Könnten nicht große Teile des Finanzamts Frankfurt ihre größtenteils digitale Arbeit nach Alsfeld, Schotten oder Lauterbach verlegen?

2. Alte vor 50 Jahren bestehende Schienenverbindungen sind zu reaktivieren. Die ca. 38% aus Hessen selbst kommenden „Hessenmigranten“, die in Frankfurt Wohnung suchen, werden hier weit weniger ihre Lebenschance suchen.

Für den Text Verantwortlich: Dr. Erhard Römer, Stadtverordneter